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Die letzten BewohnerInnen werden aus dem zerstörten Alleppo gebracht


Das war 2016

Zum letzten Mal melden wir uns in diesem Jahr mit einem Rückblick und einem Ausblick
Wir müssen lange suchen, um sie zu finden: Die guten Nachrichten. Im auslaufenden Jahr 2016 sind sie nicht auffällig zu Tage getreten. Stattdessen haben uns eher beunruhigende, düstere Ereignisse beschäftigt.

Das fing schon im Januar an: Nach den gewalttätigen und sexuellen Übergriffen von Männern auf hunderte Frauen in der letzten Sylvesternacht hatten wir eine kritische Diskussion zu sexualisierter Gewalt im Kontext von Sexismus, Rassismus und Rechtspopulismus. Apropos: Der Aufstieg rechter und nationalkonservativer Bewegungen und Parteien hat uns das ganze Jahr über beschäftigt. In mehr als 20 Publikationen und zahlreichen Veranstaltungen haben wir uns damit auseinandergesetzt.

Größeres Aufsehen erregte dabei die Präsentation der Leipziger Mitte-Studie «Die enthemmte Mitte». Sie belegte deutlich: Die «Alternative für Deutschland» (AfD) wirkt wie ein politischer Magnet auf Personen mit rechten Einstellungen und bietet den Legitimationshintergrund für offen fremden­feindliches Verhalten. Der Wahlsieg von Trump in den USA hat schließlich endgültig die bisherige europäische Dimension der Debatte gesprengt.

Aber es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Die Linke in Europa beginnt sich auf vielfältige Weise zu organisieren. Im Juni kamen auf unsere Einladung in Berlin über 100 Aktive aus verschiedenen Parteien, Gewerkschaften, außerparlamentarischen Organisationen und sozialen Bewegungen zusammen, um über gemeinsame Strategien des Kampfes gegen die neoliberalen und autoritären Entwicklungen in Europa zu diskutieren. Die Strategiekonferenz «Europe - what's left?» war ein Auftakt für weitere Treffen und gemeinsame Initiativen. Wir haben die Ergebnisse in einer umfangreichen Dokumentation festgehalten.

Die AfD war auch ein vieldiskutiertes Thema auf der dritten Streikkonferenz «Gemeinsam gewinnen!» in Frankfurt/Main. Rund 700 GewerkschafterInnen tauschten ihre Erfahrungen im letzten Streikjahr aus, um voneinander zu lernen und neue innovative Strategien, Konfliktformen und Betei­ligungs­mög­lich­keiten zu entwickeln.

Im Juli jährte sich der Beginn des sogenannten spanischen Bürgerkrieges zum 80. Mal. Dies war Anlass, das Thema in der historisch-politischen Bildungsarbeit der Stiftung aufzugreifen und damit an den antifaschistischen Widerstand zu erinnern. Begleitet wurde das Thema unter anderem von einer Ver­an­stal­tungs­reihe und einer Ausstellung mit Fotos von Gerda Taro und Texten von Alfred Kantorowicz.

Drei neu überarbeitete Themenseiten gingen an den Start und werden weiter ausgebaut: «Flucht und Migration» beschäftigt sich mit den transformativen Prozessen, die Migration und Einwanderung mit sich bringen. Mit der Beteiligung an dem alternativen Programm zum Klimagipfel in Marrakesch starteten wir die Seite «Klimagerechtigkeit», um die Auseinandersetzung um neue Formen des Wirtschaftens und Zusammenlebens zu befeuern. Und schließlich trat der Fokus auf die beunruhigenden Geschehnisse in der Türkei in den Vordergrund, so dass wir unsere Themenseite zu Syrien und Irak erweitert haben. Im neuen Dossier «Nahost und Türkei» sammelten wir in der letzten Zeit viele Artikel und Analysen, ließen betroffene PartnerInnen vor Ort zu Wort kommen und initiierten Projekte. Für 2017 haben wir schon Einiges vor.

Die Baustellen werden jedenfalls nicht weniger, im Gegenteil. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen: Im nächsten Jahr werden wir mit dem Neubau am Postbahnhof in Berlin beginnen und eine neue Website erblickt das Licht der digitalen Welt.

Seien Sie gespannt mit uns auf das, was kommt. Viel Spaß mit der Lektüre unserer letzten Information für dieses Jahr und unserer ersten für das kommende.
Was vom Sommer übrig blieb

Was vom Sommer übrig blieb

Die Arbeitsgruppe «Migrations- und Grenzregime» der Rosa-Luxem­burg-Stiftung stellt ihre Arbeitsergebnisse aus 2016 für die politische Bildung zur Verfügung.

Welche Kämpfe, Strategien und Bewegungen für das Recht auf Bewegungsfreiheit, auf Asyl und ein gutes Leben für alle hat der lange Sommer der Migration 2015 in Europa, der Türkei und Nordafrika sichtbar gemacht oder sogar hervorgebracht? Wie haben Regierungen und EU-Institutionen darauf reagiert? Welche neuen Formen des Managements der Migration, der Kontrolle von Grenzen und Bewegungen sind zu beobachten? Wie könnte vor diesem Hintergrund eine linke Migrationspolitik aussehen?

Diesen Fragen widmet sich die internationale Arbeitsgruppe. In Kooperation mit NGOs und WissenschaftlerInnen sind eine Reihe von Publikationen, ein Blog und ein Kurzfilm entstanden, die hier her­unter­ge­la­den oder bestellt werden können.

«Nachgefragt» Wir fragen unsere AutorInnen

Warum heißt die Broschüre so und nicht anders? Was fiel Ihnen als AutorIn bei der Arbeit an dem Text am schwersten? Wen wollen Sie unbedingt mit dieser Veröffentlichung und diesem Thema erreichen? Was ist daran links? Auf diese Fragen geben die ExpertInnen Antworten, mal anschaulich erzählt, mal knackig, mal direkt gegenüber ins Mikro, mal aus der Ferne über das Internet.
So kann bei dem Audiomitschnitt mit Christian Jakob in Neu Delhi ein Pfau im Hintergrund rufen oder die Kaffeemaschine im Kreuzberger «Clash» zischen, wenn Lars Bretthauer über Vor­rats­daten­spei­cherung redet. Die Befragten sprechen über ihre Themen: politisch, persönlich und unverstellt.

Das Audioformat wird seit April 2016 von Ulrike Hempel, Referentin in der Politischen Kommunikation, realisiert. Bei 150 Publikationen in diesem Jahr schafft sie damit kleine Lichtungen im Blätterwald.
 
Nachgefragt: AutorInnen sprechen über ihre Texte
Videoauswahl 2016

Nachgeschaut: Aufzeichnungen, Interviews und mehr

In diesem Jahr haben wir 80 neue Videos produziert. Neben den klassischen Aufzeichnungen von Veranstaltungen streamen wir nun auch live direkt in unseren Youtube-Kanal. Highlight in 2016 war sicher die Luxemburg Lecture mit Didier Eribon im November, aber auch die Begleitung der Tagung «Unboxing» zu Algorithmen und Demokratie hat uns viel positives Feedback beschert.
Wir setzen seit diesem Jahr stärker auf Erklärfilme, zum Beispiel haben wir zum diesjährigen Klimagipfel in Marrakesch neben einer Broschüre auch einen animierten Film erstellen lassen, der die Frage des Umgangs mit den bereits bestehenden Verlusten und Zerstörungen als zentral für eine klimagerechte Politik herausarbeitet.
In Interviews lassen wir unseren Gästen Zeit, ihr Position präzise zu erläutern. So haben wir einige UnterstützerInnen von DiEM 25 bei der Stra­tegie­kon­fe­renz Europe - what's left? zu Wort kommen lassen. Wie es weiter geht mit dem krisenhaften Europa? Diese Frage stellten wir auch Etienne Balibar, Paul Mason und Owen Jones.

Eine kleine Auswahl an Videoclips haben wir Ihnen in unserer Playlist zusammengestellt.
 

Zwei Preisausschreibungen im neuen Jahr

2017 ist wieder ein Jahr der Preisverleihungen bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Ausschreibung Hans-und-Lea-Grundig-Preis

Unter der Schirmherrschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung wird in Erinnerung an das antifaschistische Engagement von Hans und Lea Grundig alle zwei Jahre der gleichnamige Preis für künstlerische, kunsthistorische und kunstvermittelnde Leistungen vergeben. Er ist insgesamt mit 10.000 Euro dotiert.
Bewerbungen werden noch bis zum 31.3.2017 entgegen genommen.
Schauen Sie hier, wer 2015 die PreisträgerInnen waren.
 

Ausschreibung Jörg-Huffschmid-Preis

Die Auszeichnung für NachwuchswissenschaftlerInnen aus den Bereichen Wirtschafts- und Sozial­wis­sen­schaften wird 2017 zum vierten Mal vergeben. Eingereicht werden können neben Dissertationen auch Magister-, Master- und Diplomarbeiten in der Kategorie Abschlussarbeiten. Für Dissertationen ist eine Auszeichnung über 1.500 Euro und für Studienabschlussarbeiten über 500 Euro vorgesehen. Die Arbeiten sollten dem Feld der Politischen Ökonomie entstammen, Bewerbungsfrist ist der 31.3.2017.
Erfahren Sie mehr über die Ausgezeichneten bei der letzten Verleihung 2015.



Rente mit Zukunft?

Rente mit Zukunft?

Tagung zu Lösungsansätzen für eine gerechte Alterssicherung
Köln, 13.1.:

Die Sorge um den Lebensstandard im Alter treibt weite Teile der Bevölkerung um. Nach rund einem Jahrzehnt neoliberaler Rentenreformen ist das Leistungsniveau auf dem Sinkflug. Für das Alter soll privat vorgesorgt werden, doch die Rechnung geht angesichts unsicherer Finanzmärkte und prekärer Beschäftigung für immer weniger Menschen auf. Altersarmut ist eine reale Bedrohung – vor allem für Geringverdiener_innen, Teilzeitbeschäftigte und Erwerbslose, darunter viele Frauen und Migrant_innen. Die Zukunftsfähigkeit des Drei-Säulen-Modells steht neu in Frage und die Stärkung der gesetzlichen Rente auf der Agenda. Doch wie sähe eine gerechte Alterssicherung aus? Was heißt Solidarität in einer alternden Gesellschaft? Und wie sehen Modelle der Finanzierung aus? Die Fachtagung will verschiedene Problemursachen und Lösungswege vorstellen und mit Vertreter_innen aus Gewerkschaften und Sozialverbänden, Wissenschaft und Politik diskutieren.

Mit Prof. Dr. Jutta Allmendinger (Soziologin und Präsidentin des Wissenschaftszentrum Berlin -WZB), Prof. em. Dr. Gerhard Bäcker (Universität Duisburg-Essen), Matthias W. Birkwald (MdB, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. Im Bundestag), Prof. Dr. Ursula Engelen-Kefer (Leiterin AK Sozialversicherung des Sozialverband Deutschland – SOVD), Prof. Dr. Bert Rürup (Präsident des Handelsblatt Research Institute) und weiteren Referent_innen.

Programm und Anmeldung unter: www.rosalux.de/rententagung

Die verlorenen Menschenrechte am Bosporus

Wie lange schauen Deutschland und die EU noch zu? Buchvorstellung mit Autorin Sevim Dagdelen
Berlin, 24.1.

Nach dem Scheitern des gegen ihn gerichteten Militärputsches ist der türkische Präsident Erdoğan dabei, das NATO-Mitgliedsland Türkei systematisch in einen islamistischen Unterdrückungsstaat umzubauen. Rigoros geht er gegen Andersdenkende vor. Zehntausende Menschen wurden aus dem Staatsdienst entlassen, Massenverhaftungen sind an der Tagesordnung. Im Südosten dauert der Krieg gegen die Kurden an, in Syrien werden islamistische Terrorgruppen unterstützt.

Warum hält Bundeskanzlerin Merkel weiter zu dem antidemokratischen Staatschef? Welchen Preis hat der EU-Türkei-Deal in Sachen Flüchtlingspolitik? Sevim Dagdelen beleuchtet die Machtverhältnisse am Bosporus und zeigt politische Alternativen zum unterwürfigen Umgang der Bundesregierung mit der Türkei auf. 

Genug für Alle - sozial.öko.logisch

Konferenz zum sozial-ökologischen Umbau
Essen, 27./28.1.

Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen: Große Ziele. Große Aufgaben. Für einzelne Bewegungen viel zu groß. Für einzelne Parteien unerreichbar. Deshalb wird immer mehr die Frage diskutiert: Wie kommt zusammen, was zusammen gehört? Welchen ökologischen Geist brauchen Verteilungskämpfe? Was tun Umweltbewegungen gegen Armut im Hier und Jetzt? Was hat Geschlechtergerechtigkeit mit dem Schutz der Umwelt zu tun? Wie überzeugend sind unsere Alternativen dafür, auch den Alltag zu ändern? Wann endlich gibt es wieder gemeinsame Aktionen gegen Krieg und Vertreibung? Welche Leitideen und Leitprojekte braucht ein Plan B?

Die Konferenz wird gemeinsam mit der Fraktion DIE LINKE im Bundestag ausgerichtet.
Teilnehmen werden u.a.: Christoph Bautz (Campact), Prof. Ulrich Brand (Uni Wien), Pia Eberhard (Corporate Europe Observatory), Dagmar Enkelmann (Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung), Katja Kipping (MdB, Vorsitzende der Partei DIE LINKE), Ralf Krämer (ver.di), Bernd Riexinger  (Vorsitzender Partei DIE LINKE), Felix Wittmann (Konzeptwerk Neue Ökonomie), Christian Zöllner (THE CONSTITUTE) sowie die Bundestagsabgeordneten Eva Bulling-Schröter, Sabine Leidig, Caren Lay, Gesine Lötzsch, Birgit Menz, Niema Movassat, Petra Sitte, Kirsten Tackmann und Hubertus Zdebel.

Anmeldung im Konferenz-Blog: www.sozial-oeko-logisch.de

marx200.org

Die Online-Plattform zu den Jahrestagen rund um Karl Marx und Das Kapital startet im Januar 2017, zeitgleich mit einer internationalen Marx-Konferenz in Athen.

In den Jahren 2017 und 2018 gibt es gleich mehrere Jubiläen, deren Bedeutung für die Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft kaum zu unterschätzen ist: «150 Jahre Das Kapital» im Herbst 2017, «170 Jahre Das kommunistische Manifest» im Februar 2018 sowie der 200. Geburtstag von Karl Marx im Mai 2018. Auch die Revolutionen vom Februar und Oktober 1917 in Russland und jene vom November 1918 in Deutschland jähren sich zum 100. Mal. Viele Anlässe also, die zusammengenommen eine einmalige Gelegenheit bieten, um sich mit den Etappen einer «Kritik nach Marx», dem aktuellen Stand der Marx-Diskussion und der Gesellschaftskritik insgesamt auseinanderzusetzen. Aber auch, um diese Auseinandersetzung nach vorne zu wenden: Was sind die Aufgaben einer Kritik nach Marx?

Zu diesem Zweck ruft die Rosa-Luxemburg-Stiftung die Online-Plattform marx200.org ins Leben. Das Multimedia-Projekt will Aktivitäten rund um die Jubiläen sammeln, veröffentlichen und verbreiten, es soll aber auch weitergehende Informationen liefern, Diskussionen anstoßen und abbilden. Der Launch ist für Anfang 2017 geplant. Interessierte können sich bereits jetzt auf marx200.org eintragen, um über den Start des Projekts informiert zu werden.

Zeitgleich mit dem Start der Plattform findet am 14. und 15. Januar in Athen die internationale Konferenz «150 years Karl Marx’s Capital – Thoughts for the 21st Century» statt, veranstaltet vom marxististischen Journal Theseis und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Alle Veranstaltungen: www.rosalux.de/veranstaltungen
Weiterbildungsangebote: www.rosalux.de/weiterbildung




Vortrag Euklides Tsakalotos in der Urania, Dez. 2016
  • Europa am Scheideweg
    Kann durch ein Ende der Austeritätspolitik dem Rechtsruck etwas entgegengesetzt werden?

    Griechenland steht erneut vor einem dramatischen Krisenszenario, Neuwahlen könnten zu einer Verstärkung des rechts-konservativen Trends in Europa führen. An Stelle einer dringenden Neuformierung und Demokratisierung Europas ist in immer mehr Ländern eine Renationalisierung zu beobachten.
    Die Diskussion in der Urania in Berlin mit Euklides Tsakalotos, Prof. Dr. Gesine Schwan, Jürgen Trittin, Axel Troost und Eftychia Achtsioglou dokumentieren wir mit einer Audioaufzeichnung.
    Zum Bericht der Pressekonferenz vom 15.12.

  • «Der Ost-Komplex» – Kein Schlussstrich unter die Geschichte
    Kontroverse Debatte anlässlich des Vorführung des Films «Der Ost-Komplex» in Berlin

    Um ein schwieriges Kapitel Geschichtsaufarbeitung ging es am 15.12. bei der Aufführung des Films «Der Ost-Komplex» von Filmemacher Jochen Hick sowie der anschließenden Diskussion. In dem Film werden auf einmalige Weise die persönlichen Lebens-Wendungen des Zeitzeugen Mario Röllig mit den Wechselfällen deutsch-deutscher Geschichte verwoben, verbunden mit der noch immer nicht gültig beantworteten Frage, wie die Gesellschaft heute mit dem Erbe der DDR umgeht.
    Ein Bericht von Jörg Staude.

  • Politische Ökonomie des Femonationalismus
    «Luxemburg Lecture» von Sara R. Farris

    Sara R. Farris hat den Begriff des Femonationalismus untersucht und weiterentwickelt und beschreibt, wie es praktisch umgesetzt wird. Damit sind Diskurse, gesellschaftliche Strukturen und politische Einsätze gemeint, die die Frage der Gleichstellung der Geschlechter wie auch Rechte von Frauen für nationalistische, sexistische, rechtsradikale und antimuslimische Angriffe instrumentalisieren, um die Integration von Immigrant_innen und Muslim_innen zu vereiteln.
    Ihren Vortrag haben wir per Video aufgezeichnet.

  • Unboxing
    Algorithmen, Daten und Demokratie

    Bei der Tagung im Dezember mit ca. 300 Teilnehmenden stand die Frage nach den Auswirkungen neuer Technologien für unsere Demokratie im Zentrum. Wir überlassen zunehmend Bereiche gesellschaftlicher Regulation der Rechenleistung algorithmischer Systeme – von politischer Meinungsbildung über Kaufverhalten und Kreditvergabe, von vorhersagender Polizeiarbeit bis hin zu Fragen von Leben und Tod im Kontext digitalisierter Kriegsführung. Durch diese immer komplexer und dichter werdenden technischen Prozesse werden mehr und mehr Entscheidungen einer breiten gesellschaftlicher Kontrolle entzogen und damit auch den entsprechenden Aushandlungsprozessen zwischen unterschiedlichen Interessen. Wie kann hier gesellschaftliche Mitbestimmung aussehen und welche digitale Infrastruktur und welche Algorithmen brauchen wir eigentlich?

    Einige Beiträge und Diskussionen haben wir aufgezeichnet und dokumentieren sie unter: www.rosalux.de/unboxing.

  • Geschichte der Juden in der DDR 
    Das Leo Baeck Institut, das Jüdische Museum Berlin und das New Yorker Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung veranstalteten am 1. und 2.11. in Berlin einen Workshop zu neuen Forschungsansätzen über jüdisches Leben in DDR.

    In den letzten Jahren hat sich der Diskurs zur jüdischen Geschichte durch verstärkten internationalen Austausch und die Einbeziehung neuer Studienfelder verändert. Ziel des Workshops war es, WissenschaftlerInnen, JournalistInnen, SchriftstellerInnen, ArchivarInnen und Zeitzeugen, die zum Thema Juden in der DDR forschen, zusammenzubringen, damit sie ihr Wissen austauschen und gemeinsam Ideen für eine Forschungsagenda in diesem Feld entwickeln können.
    Eindrücke des 2-tägigen Treffen hat das Büro New Yorck in einem kleinen Film dokumentiert.

Videodokumentationen: www.youtube.com/rosaluxstiftung
Audiodokumentationen: soundcloud.com/rosaluxstiftung
Mediathek: mediathek.rosalux.de



«Einstürzende Überbauten»

«Einstürzende Überbauten»

In das Vakuum der Demokratie- und Repräsentationskrise stoßen rechte Bewegungen und Parteien. LuXemburg 3/2016 über die Ursachen dieser Krise und linke Handlungsoptionen.

Bevor dieses politisch wenig erfreuliche Jahr zu Ende geht, gibt es zumindest noch eine neue Ausgabe der LuXemburg! Unter dem Titel »Einstürzende Überbauten« betrachten wir zeitgemäß die Erosionsprozesse der Demokratie, die Krise der Repräsentation und die Gefahr autoritärer Wendungen.

LuXemburg 3/2016 fragt nach den Ursachen dieser Krise der Repräsentation und nach zarten Pflänzchen der Erneuerung. Wie können unter gegebenen Bedingungen linke Handlungsoptionen aussehen – auch hinsichtlich der heiklen Frage von linken Regierungsbeteiligungen? Was können wir von denen lernen, wo eine Erneuerung der Sozialdemokratie partiell gelingt – wie in den USA und im UK? Aber auch: Wie müssen wir unsere Praxen und Politiken grundlegend verändern, um überhaupt die Basis zu schaffen für einen Politikwechsel?

Die Zeitschrift ist online kostenlos erhältlich, Druckexemplare gibt es erst im Januar.
Mehr Informationen: www.zeitschrift-luxemburg.de

Publikationen: www.rosalux.de/publikationen



Ausschreibungen: www.rosalux.de/stiftung/ausschreibungen


Transit Havanna

Transit Havanna

Kuba im Wandel: Eine Reise in ein unbekanntes Land
Filmvorführungen in Anwesenheit der Filmemacher

Einmal im Jahr kommen zwei Ärzte aus Holland und Belgien nach Havanna und führen dort auf Initiative von Fidel Castros Nichte kostenlos geschlechtsangleichende Operationen durch. Mariela Castro organisiert dies im Sinne der sozialistischen Revolution. Ihr Motto: «Nein zur Homophobie, ja zum Sozialismus!»

Feinfühlig erzählt, wunderbar fotografiert und als Kinoerlebnis montiert interessiert sich der Film Transit Havana dafür, wie es Menschen geht, die an Wendepunkten ihres Lebens stehen. So wie die Protagonisten Malú, Odette und Juani, die für ein Leben im richtigen Körper kämpfen.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung fördert drei Sonderscreenings von «Transit Havanna»:

  • Hamburg am 18.1. um 20 Uhr im Passage Kino - Mit dem Buchautor Alex Bakker
  • Leipzig am 2.2. um 19:30 Uhr im Cineding - Mit dem Regisseur Daniel Abma
  • Berlin am 6.2. um 20 Uhr im Babylon - Mit dem Regisseur Daniel Abma

Wirtschaftsdemokratie neu denken

Von Produktion über Innovation bis Gesundheit
Berlin, 18.2.

Die Demokratisierung der Wirtschaft war schon immer ein zentrales Thema der Linken: Was kann von ökonomischer Demokratie erwartet werden? Welche Formen sollte sie annehmen und wie lässt sie sich durchsetzen? In Genossenschaften, Kooperativen oder öffentlichen Unternehmen wird mit solidarischer Ökonomie und unternehmerischer Mitbestimmung experimentiert. Die Konferenz fragt, wie kapitalistische Entscheidungsmacht verändert und Demokratie auch in der materiellen Produktion des Lebens zur Geltung gebracht werden kann. Wie lassen sich demokratische Entscheidungsprozesse auch auf den Dienstleistungsbereich, auf Innovationsprozesse und Industriepolitik ausdehnen? Und wie steht es um eine Neugliederung der gesellschaftlichen Arbeitsteilung?

Die dreitägige Konferenz zielt darauf, sich in den Demokratiebewegungen unserer Zeit gemachter Erfahrungen zu vergewissern, die Möglichkeiten einer Vertiefung demokratischer Prozesse auszuloten und zur Erneuerung des Verständnisses von wirtschaftsdemokratischen Konzepten beizutragen.


Bildnachweise:

- Titelbild: Nach der Befreiung von Manbij/Syrien durch die SDF, August 2016 (Rodi Said / REUTERS) 
- Rente mit Zukunft: Frida Michienzi
- Europa am Scheideweg: Euklides Tsakalotos in der Urania, Berlin am 15.12.2016 (Johanna Bussemer)
- LuXemburg 3/2016: Richard S Warner ( Visionheart ) - 2015

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