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Nachhall der Geschichte

Mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien einen Monat nach dem Attentat auf  den habsburgischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Ehefrau am 28. Juni 1914 begann der bis dahin folgenschwerste Krieg der Weltgeschichte mit über 15 Millionen Toten. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung erinnert an dieses Ereignis mit einem Dossier zum Geschichtsjahr 2014: 100 Jahre Erster Weltkrieg, 75 Jahre Zweiter Weltkrieg, 25 Jahre Öffnung der Mauer. In den Veranstaltungen und Publikationen zum «Jahrhundert der Extreme» geht es vor allem um die Deutungen der Vergangenheit: Welche Folgen haben diese historischen Ereignisse für die Gesellschaft bis heute?
Dieser Tage strebt Deutschland wieder nach größerem Gewicht in der Weltpolitik. Erinnerung an die Konsequenzen vergangener Großmachtambitionen und Antimilitarismus stören dabei nur.
Trauerndes Elternpaar von Käthe Kollwitz

Schweigen ist Hetzerei

Bodo Ramelow, Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung, nennt in einem Interview mit Deutschlandfunk am 28. Juni Bundespräsident Joachim Gauck «einen ostdeutschen Pastor, der die Wurzeln der DDR-Friedensbewegung völlig vergessen hat.» Damit reagiert er auf eine erst kürzlich getätigte Äußerung von Gauck: «Auf Militäreinsätze als Instrument deutscher Außenpolitik sollte nicht pauschal verzichtet werden.» Ramelow hatte vor 25 Jahren die Hoffnung, dass mit den friedlichen Veränderungen in der DDR von Deutschland ein starker Impuls von Friedenspolitik ausgeht. «Und jetzt nehme ich zur Kenntnis, dass wir Rüstungsexporteur Nummer drei geworden sind und unser Bundespräsident der Meinung ist, dass man möglicherweise auch Militär in die Welt entsenden muss, um deutsche Interessen zu vertreten.»
Jedes Jahr liefern deutsche Konzerne Rüstungsgüter in Millionenhöhe an Krisenstaaten. Auch nach Saudi-Arabien und Katar – Staaten, die den Kampf der ISIS im Irak und Syrien mit Waffen unterstützen. Auch der Fund von Panzerabwehrwaffen des Typs MILAN aus deutscher Produktion in den Händen der Al Nusra Front in Syrien belegen, dass der Verbleib einmal exportierter Waffen nicht kontrolliert werden kann. «Wenn wir dazu schweigen, ist auch dieses ohrenbetäubende Schweigen eine Hetzerei», so Ramelow.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen legt ihre bisherige Zurückhaltung ab und fordert laut einem internen Bericht, den Bild (am 28. Juni) zitierte, ihre Armee mit bewaffneten Drohnen auszurüsten, die ausdrücklich nicht nur in Gebieten eingesetzt werden sollen, in denen die Bundeswehr operiert. Welche Auswirkungen Drohnen auf die Bevölkerung in Konfiktregionen haben können, wurde kürzlich in einer Studie über Drohneneinsätze in Gaza dargelegt. Diese Studie sollte auf einer Rundreise mit dem Autor Atef Abu Saif in Deutschland Anfang Juli vorgestellt werden. Leider wurde Abu Saif die Ausreise verweigert.



Drohnen über Gaza - Speakerstour
Berlin, 1.7.: Drohnen über Gaza
Vorstellung der vom Palästina-Büro der Stiftung veröffentlichten Studie «Sleepless in Gaza. Israeli Drone War on the Gaza Strip» über Drohneneinsätze in Gaza mit Katja Hermann (Büroleiterin in Ramallah) und Norbert Schepers (Büroleiter in Bremen).
Leider hat Atef Abu Saif, Autor der Studie, keine Ausreisegenehmigung aus dem Gazastreifen erhalten. Eine mit ihm geplante Speakerstour muss deshalb abgesagt werden.
In Hamburg wird es am 3. Juli eine Ersatzveranstaltung mit Norbert Schepers und Prof. Norman Paech (DIE LINKE) geben.
Die geplanten Veranstaltungen in Kassel und Kiel werden nicht stattfinden.
Alle Veranstaltungen: www.rosalux.de/veranstaltungen.html

Politische Weiterbildung

Das Weiterbildungsteam ist Teil der Akademie für Politische Bildung der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Ziel seiner Arbeit ist es, Inhalte, Persönlichkeitsentwicklung und politisches Handwerk zu verbinden. Die einzelnen Bildungsangebote werden so zu einem Begegnungsort für Linke, zu einem Ort politischer Debatte, kultureller Annäherung und breiter Vernetzung.

  • Am 10. Oktober 2014 beginnt der nunmehr vierte Durchgang des Kurses «Praxis Politischer Bildung». Dieses Angebot richtet sich an politische Bildner_innen, die im Rahmen einer festen Lerngruppe ihre Bildungsarbeit reflektieren und weiterentwickeln möchten. An 6 Wochenenden und in einer Intensivwoche geht es um Theorie, Werkzeuge und Fallbetrachtungen.
    Infos und Kontakt: KursPB@rosalux.de




«Ich kam als Gast in euer Land gereist…»
Videodokumentationen: www.youtube.com/rosaluxstiftung
Audiodokumentationen: soundcloud.com/rosaluxstiftung
Mediathek: mediathek.rosalux.de



«Rechtsruck in Europa» - Jahresbericht 2013
Rechtsruck in Europa
Der neu erschienene Jahresbericht 2013 hat Schwerpunkt «Rechtsruck in Europa».
Die Stiftung hat diese politischen Umbrüche in den europäischen Ländern analysiert, eine große Zahl antifaschistischer und antirassistischer Projekte im In- und Ausland gefördert und Seminare zu Themen wie der neuen Homophobie in Osteuropa oder der Situation Asylsuchender in Deutschland konzipiert. Mit der Beobachtung des auf zweieinhalb Jahre angesetzten NSU-Prozesses in München wurde 2013 ein Langzeitprojekt begonnen. Dort wird nicht nur die verheerendste rassistisch motivierte Mordserie in der Geschichte der Bundesrepublik verhandelt, sondern auch deren wohl größter Geheimdienstskandal.

Alle Publikationen: www.rosalux.de/publikationen.html




Degrowth Leipzig 2014
Die vierte Internationale
Degrowth-Konferenz für ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit

findet diesmal vom 2. bis 6. September 2014 in Leipzig statt.
«Brücken bauen zwischen Praxis, Bewegung und Wissenschaft für die große Transformation»

Die Konferenz ist Teil eines internationalen Veranstaltungszyklus: bislang gab es 2008 in Paris, 2010 in Barcelona sowie 2012 in Venedig und Montréal Degrowth-Konferenzen. Die Degrowth 2014 findet in Leipzig statt, da die lange «schrumpfende Stadt» viele Wege gefunden hat, mit leerstehenden Häusern, urbanen Brachen und knappen Kassen umzugehen. Hier sammeln sich viele experimentelle Projekte, die beispielhaft für Degrowth-relevante Konzepte und Praktiken sein können. Zugleich sind die wachstumsorientierte Entwicklung und die Tendenzen zur Gentrifizierung mittlerweile unübersehbar – diese Ambivalenz bildet eine spannende Kulisse.
Die Tagung wird organisiert von der Universität Leipzig, dem DFG-Kolleg Postwachstumsgesellschaften der Universität Jena, dem Förderverein Wachstumswende e.V., dem Konzeptwerk Neue Ökonomie und dem Research & Degrowth Network. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung ist Partner, beteiligt sich mit inhaltlichen Beiträgen und organisiert einen Livestream während der Konferenz.

Panels der Tagung werden per Livestream ausgestrahlt.
Mehr Informationen gibt es unter leipzig.degrowth.org

Berlin, 13.9.-14.11.: Werner Scholem - ein jüdischer Revolutionär in Deutschland (1895-1940)
In einer Matinee mit Lesung, Film und Ausstellung wollen wir all diese Facetten eines bemerkenswerten Lebensweges in Erinnerung rufen. Scholems Tochter Renee Goddard wird anwesend sein, der Regisseur Niels Bolbrinker präsentiert in Uraufführung eine filmische Dokumentation zum Thema, der Historiker Ralf Hoffrogge stellt Ergebnisse seiner jüngst erschienenen historisch-kritischen Biographie Werner Scholems vor.
Mehr zur Person Werner Scholems: Werner Scholem - ein jüdischer Revolutionär in Deutschland

Schon mal vormerken:
Berlin, 19. und 20.9.: Fest der Linken


Fotonachweise:
- Trauerndes Elternpaar von Käthe Kollwitz: Selbstbildnis auf dem Soldatenfriedhof in Vladslo, Westflandern, zu ihrem im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohn Peter (Wikipedia, Gemeinfrei)
- Drohnen über Gaza: Hatem Musa, Titelbild der Studie «Sleepless in Gaza. Israeli Drone War on the Gaza Strip»
- Jahrbuch: Alex E. Proimos, Flickr (CC-BY-NC)
- Degrowth: Lea Brosch, leipzig.degrowth.org

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